28. Mai 2026

36 Millionen Euro für Noctua-Ausbau: Ministerin Brandes übergibt Absichtserklärung

Quantencomputing, Cloud-Dienste, künstliche Intelligenz: Rechenzentren sind von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Speicherung, Verarbeitung und Bereitstellung großer Datenmengen geht. Sie bilden nicht nur die Basis für hochmoderne IT-Infrastrukturen, sondern spielen zudem eine große Rolle bei der digitalen Souveränität. Mit Noctua 2 und Otus gibt es an der Universität Paderborn gleich zwei Superrechner, über die der Standort Mitglied im Verbund der nationalen Hochleistungsrechenzentren (NHR) ist. Weil das Gebäude, das die Rechner beherbergt, nun aber an seine Versorgungsgrenzen gekommen ist, wird das Rechenzentrum im Gebäude X ausgebaut. Die Universität arbeitet zusätzlich an einem Antrag für die nächste Erweiterungsstufe im Rahmen des “NRW-Plans für gute Infrastruktur”. NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes hat dafür am Donnerstag, 28. Mai, eine Absichtserklärung überreicht.

“Künstliche Intelligenz ist der Rohstoff im digitalen Zeitalter und Rechenleistung das nötige Werkzeug, damit wir diesen neuen Rohstoff sinnvoll nutzen können. Paderborn zählt zu den führenden Hochleistungsrechenzentren in Deutschland. Wir investieren das Geld aus dem NRW-Plan für gute Infrastruktur konsequent in die großen Zukunftsthemen und die hervorragende Ausstattung unserer Hochschulen. Damit werden wir auch die Supercomputer der Universität Paderborn auf eine neue Ebene heben. So können Forschungsdaten schneller genutzt und KI-Systeme intensiv weiterentwickelt werden. Denn exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur”, so Kultur- und Wissenschaftsministerin Brandes.

Der “Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur” ist das größte Infrastruktur- und Investitionsprogramm in der Geschichte des Landes. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren stellt die Landesregierung insgesamt rund 31,2 Milliarden Euro für Investitionen bereit. Davon entfallen rund 21,3 Milliarden Euro auf die Kommunen, während knapp 10 Milliarden Euro in die Infrastruktur des Landes investiert werden. 36 Millionen fließen in den Ausbau des Hochleistungsrechenzentrums an der Universität Paderborn.

“Der Ausbau ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer zukunftssicheren und nachhaltigen IT-Infrastruktur auf Spitzenniveau”, sagt Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität. Insgesamt 140.000 kompakt verbaute Prozessorkerne beschäftigen sich seit 2022 im Supercomputer “Noctua 2” mit hochkomplexen Aufgaben. “Otus” besitzt sogar die doppelte Rechenleistung. Damit werden beispielsweise Fragestellungen aus der Quantenforschung, der Materialwissenschaft oder der nachhaltigen Energietechnik bearbeitet.

Das Hochleistungsrechenzentrum wird vom “Paderborn Center for Parallel Computing” (PC2) betrieben, einer interdisziplinären Forschungseinrichtung der Universität. “Bei dem für Noctua gebauten Gebäude X wurden Erweiterungsstufen von Anfang an mitgeplant. Darauf sind auch Kühl- und Brandschutzkonzepte, Stromversorgung sowie Büroflächen ausgerichtet. Aber diese initial vorgesehenen Erweiterungsstufen sind durch die Installation der Rechnersysteme Noctua 2 und Otus sowie der gegen Ende dieses Jahres stattfindenden Erweiterung von Otus nahezu vollständig ausgeschöpft. Die Landesförderung ermöglicht den dringend notwendigen Ausbau von Stromversorgung und Kühlung, um mehr Kapazitäten für Forschungsdaten und KI-Systeme zu schaffen. Außerdem können wir dadurch wieder Ausbaureserven für zukünftige Entwicklungen generieren”, erklärt Prof. Dr. Christian Plessl, Leiter des PC2.

Beim Bau des Gebäudes spielte auch der Aspekt Nachhaltigkeit eine besondere Rolle: Der Strom stammt aus regenerativer Erzeugung und ist damit CO2-frei. Die Warmwasserkühlung ist hocheffizient, die Abwärme wird für die Heizung verschiedener Gebäude genutzt. “Mit dem Ausbau verbindet die Universität Paderborn höchste Rechenleistung konsequent mit nachhaltiger Energieeffizienz und macht damit deutlich, dass Spitzenforschung und Klimaschutz Hand in Hand gehen können”, so Prof. Bauer.

Foto (Universität Paderborn, Christopher Kolbe): NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (3. v. l.) bei der Übergabe der Finanzierungszusage an Unipräsident Prof. Dr. Matthias Bauer (4.v.l.) im Beisein von Simone Probst (vorne links), Vizepräsidentin der Uni Paderborn, Bernhard Hoppe-Biermeyer MdL (hinten links), Prof. Dr. Christian Plessl (2.v.r.) und Dezernentin Dr. Martina Gerdes-Kühn (rechts).
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