22. Juni 2026
“Last Drop” belebt die Paderborner Innenstadt

Nach einem Jahr Gründungsstipendium: Paderborns erste Gaming-Bar hat sich etabliert
Vor gut einem Jahr starteten Christoph Feldmann und Rudolf Reiz mit dem Gründungsstipendium NRW ihre Gaming-Bar „Last Drop“ am Paderborner Marienplatz. Inzwischen ist die einjährige Förderung ausgelaufen und das Konzept trägt sich selbst. Heute betreiben die beiden Gründer nicht nur die Bar in der Innenstadt, sondern auch ein Gaminghaus in Büren, das bis ins Frühjahr 2027 ausgebucht ist. Die Gäste reisen aus dem gesamten DACH-Raum an.
Das Stipendium als Sicherheitsnetz in der Startphase
Das Gründungsstipendium NRW deckte den beiden Gründern in der entscheidenden Anfangsphase die laufenden Kosten. Jeder erhielt monatlich 1.200 Euro über zwölf Monate, in Summe rund 28.800 Euro für das Duo. Beantragt hatten Feldmann und Reiz das Stipendium über die GründungsOffensive Paderborn. Die Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) begleitete das Vorhaben von der ersten Beratung bis zum Markteintritt.
„An Tagen mit wenig Umsatz fängt im Kopf schnell der Apparat an zu rotieren. Da hilft das Wissen, dass die Fixkosten gedeckt sind. Ohne das Stipendium hätten wir die ersten zwölf Monate ganz anders kalkulieren müssen“, sagt Christoph Feldmann.
Eine Marktlücke in der Innenstadt
Mit dem Aus der Gamestop-Filiale im Südring verlor Paderborn seinen letzten zentralen Anlaufpunkt für Sammelkartenspiele, berichten die Gründer. Diese Lücke will „Last Drop“ heute mit eigener Spielfläche und regelmäßigen Turnieren füllen.
Zweiter Standort mit überregionaler Reichweite
Parallel zur Bar bauten Feldmann und Reiz in Büren ein Gaminghaus auf. Privatpersonen können dort komplette Wochenenden für LAN-Partys buchen. Die Wochenenden sind durchgehend belegt, die weiteste Reservierung reicht bis ins Frühjahr 2027. Die Gäste reisen aus dem gesamten DACH-Raum an, manche aus Hamburg, andere aus Süddeutschland, Österreich oder der Schweiz.
„Christoph und Rudolf wussten von Anfang an, was sie können. Das Stipendium hat ihnen den finanziellen Spielraum gegeben, ihren Plan in ein tragfähiges Geschäftsmodell umzusetzen. Dass ein Wochenende in Büren heute Gäste aus der Schweiz oder aus Hamburg anzieht, hat uns dann doch überrascht“, sagt Gründungsberaterin Catharina Blome von der WFG.
Eine feste Stammkundschaft am Marienplatz
Im Kern ist „Last Drop“ eine Bar mit Cocktails und Bier, in die jeder kommen kann. Ein Spiel anfassen muss niemand. Feldmann und Reiz erleben allerdings immer wieder, dass Gäste zögern. Manche fragen vorab an, ob man auch ohne Gaming-Interesse einfach vorbeikommen darf. Die beiden Gründer bejahen das ausdrücklich.
Mittlerweile hat sich im „Last Drop“ eine feste Stammkundschaft etabliert – aus Gaming-Communities, die in Paderborn lange ohne eigene Anlaufstelle waren. Brettspielrunden treffen sich hier ebenso wie Pen-and-Paper-Gruppen, Sammlerinnen und Sammler von Trading Cards kommen zu Turnieren. Zur Einjahresfeier brachten Stammgäste den Gründern ein selbstgedrehtes Dankesvideo mit und betonten darin, wie wichtig ihnen ein Ort ist, an dem sie ihre Hobbys ausleben können.
„Mit Last Drop kommt eine Zielgruppe in die Innenstadt, die wir vorher kaum erreicht haben. Solche Konzepte beleben Lagen, die abends sonst verwaisen. Das ist genau die Vielfalt, die eine Innenstadt lebendig hält“, sagt Verena Meise vom Citymanagement Paderborn.
In der Bar steht ein Umbau an, in Büren planen die Gründer ein zusätzliches Angebot für E-Sport-Teams: „Jetzt wollen wir Strukturen festigen und Wechsel im Team organisieren, damit auch mal eine Woche Urlaub drin ist. Parallel bauen wir das Gaminghaus aus, künftig auch für E-Sport-Bootcamps“, sagt Rudolf Reiz.
Beratung über die GründungsOffensive Paderborn
Das Gründungsstipendium NRW wird derzeit vom Land NRW pausiert, sodass keine neuen Anträge möglich sind. Unabhängig davon bietet das Netzwerk der GründungsOffensive Paderborn Gründungsinteressierten eine individuelle, kostenfreie und vertrauliche Beratung. Ob Geschäftsmodellentwicklung, Businessplan, Planungsrechnungen, Finanzierungen, Förderungen oder spannende Veranstaltungen, Workshops und Kontakte zu Unternehmerinnen und Unternehmern in der Region: Insgesamt 13 Institutionen sind am Netzwerk beteiligt. Weitere Informationen unter go-paderborn.de.

