16. Juli 2026
Zwei Druck- und Medienhäuser unter einem Dach

Bürgermeister und Wirtschaftsförderung besuchen Bonifatius Druck und Medien sowie D-Druck
Wie eng Industrie, Handwerk und Medien am Wirtschaftsstandort Paderborn ineinandergreifen, lässt sich an der Karl-Schurz-Straße anschaulich erleben. Dort befinden sich die Bonifatius GmbH und die D-Druck GmbH in einem Gebäude und arbeiten häufig Hand in Hand. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate und die Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) haben beide Unternehmen bei einem gemeinsamen Termin besucht und sich über Produktion, Investitionen und die Suche nach Nachwuchskräften ausgetauscht.
Anlass war das Format der regelmäßigen Unternehmensbesuche, mit dem Bürgermeister und Wirtschaftsförderung gezielt Unternehmen am Standort Paderborn besuchen. “Wir nutzen solche Termine, um Unternehmen besser kennenzulernen und auch zu erfragen, wo mögliche Probleme liegen”, sagte Jürgen Janke, kommissarischer Geschäftsführer der WFG. “Wenn etwas auf der Seele brennt, kann man das hier direkt ansprechen und wir bleiben als erster Ansprechpartner für die Wirtschaft im Kopf.” Bürgermeister Stefan-Oliver Strate ergänzte: “Wir lernen bei diesen Besuchen immer wieder spannende und innovative Unternehmen, aber vor allem die begeisterten Menschen dahinter kennen. Eine florierende Wirtschaft ist das Fundament, um unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, soziale Sicherungssysteme und individuelle Freiräume zu finanzieren. Genau deshalb ist dieser stetige, konstruktive Austausch mit Wirtschaftsvertretern so wichtig.”
Die 1869 gegründete Bonifatius GmbH beschäftigt rund 180 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Umsatz von über 37 Millionen Euro. Gesellschafterin ist die kirchliche Franz-von-Sales-Stiftung. Rund 80 Prozent des Geschäfts entfallen auf die Druckerei, der übrige Teil auf das Verlagsgeschäft und zwei Buchhandlungen – Bonifatius und Linnemann – in Paderborn. Anders als der Name vermuten lässt, stammen nur etwa zehn Prozent der Druck-Kunden aus dem konfessionellen Bereich. “Viele denken, wir arbeiten nur für kirchliche Zwecke”, erklärte Ralf Markmeier, Geschäftsführer der Bonifatius GmbH. “Tatsächlich produzieren wir ca. 90 Prozent der Magazine, Kataloge und Broschüren für nicht-konfessionelle Kunden.” Verlegerisch hat sich das Haus vom theologischen Nischenverlag zu einem breit aufgestellten Sachbuchverlag an der Schnittstelle von Gesellschaft und Glauben entwickelt: rund 30 eigene Bücher pro Jahr, dazu das alle zwei Wochen erscheinende Bistumsmagazin “Der Dom”, das inzwischen in Kooperation mit 15 Diözesen entsteht. Zum 1. Juli 2025 übernahm Bonifatius zudem den traditionsreichen Echter Verlag aus Würzburg, der als Imprint mit rund 45 weiteren Titeln im Jahr fortgeführt wird.
Die D-Druck Dienstleistung Druck GmbH, 1991 gegründet und heute familiengeführt in zweiter Generation, ist mit rund 20 Mitarbeitenden das kleinere, aber hochspezialisierte Gegenstück. Geschäftsführer Heinrich Menke schilderte den Weg vom Copyshop in der Fürstenbergstraße bis zum heutigen Full-Service-Betrieb, der 2021 als Mieter in das Bonifatius-Gebäude einzog. “Wir machen viele regionale Sachen im Umkreis von rund 50 Kilometern, und die Besonderheit bei uns ist, dass wir selbst stanzen und verkleben können”, so Menke. D-Druck begleitet Kunden von der Produktentwicklung über Druck und Weiterverarbeitung bis zu Konfektionierung, Versand und Logistik, vom Faltschachtel-Prototyp bis zur fertig bestückten Grußkartenkollektion für den Handel.
Die räumliche Nähe zahlt sich täglich aus: Aufträge, die das eine Haus nicht abbilden kann, wandern zum anderen. Große Kataloge und hohe Auflagen laufen über die Bonifatius-Druckerei, aufwändige Veredelung, Stanzung und Konfektionierung übernimmt D-Druck.
“Man druckt für uns die großen Sachen, die wir nicht können, und wir verarbeiten dafür weiter – es greift alles ineinander”, beschrieb Menke die Zusammenarbeit. Bei der Konfektionierung arbeitet D-Druck auch eng mit den Caritas-Werkstätten in Paderborn zusammen.
Investitionen und Fachkräfte als Zukunftsthemen
Beide Unternehmen investieren kontinuierlich in ihre Technik. Allein die Bonifatius GmbH hat zuletzt eine Druckmaschine vorzeitig ausgetauscht und schafft zwei neue Sammelhefter an – Investitionen im siebenstelligen Bereich.
Besonders bewegte das Thema Fachkräftesicherung. Am Tag des Besuchs hatte die Bonifatius GmbH ihre ersten drei Auszubildenden aus Indonesien begrüßt, die erst am selben Morgen in Frankfurt gelandet waren. Das Unternehmen hat für sie Wohnungen besorgt und eingerichtet und begleitet sie beim Ankommen in Paderborn. “Im technischen Betrieb bekommen wir kaum noch Azubis aus der Region”, sagte Markmeier. “Da geht mein Vaterherz auf, wenn ich sehe, mit wie viel Offenheit, aber auch Unsicherheit, diese jungen Menschen aus Indonesien zu uns kommen.” Der Betrieb versteht sich dabei ausdrücklich nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Teil der Gesellschaft.
“Solche Geschichten greifen wir als WFG im Rahmen unseres Standortmarketings gern auf”, sagt WFG-Pressesprecher Tobias Vorwerk. “Wir sind immer auf der Suche nach spannenden Berichten aus den Unternehmen im Stadtgebiet Paderborn.” Dabei verweist er auch auf den Newsletter der Wirtschaftsförderung, über den Unternehmen aus der Region regelmäßig Einladungen zu Veranstaltungen wie dem Unternehmensfrühstück erhalten. Unternehmen, die eigene Themen und Geschichten einbringen möchten oder sich für einen Unternehmensbesuch interessieren, können sich jederzeit an die WFG wenden.

