29. September 2021

Erfolgreiche Personalentwicklung mit berufsbegleitendem Studium

FASTEC GmbH setzt auf konsequente Personalentwicklung: Vertriebs- und Marketingleiter Lars Knitter (links) und Geschäftsführer Christian Reusch (rechts im Bild).

Die Paderborner FASTEC GmbH entwickelt und vertreibt seit über 25 Jahren erfolgreich Software für die Digitalisierung industrieller Produktionsanlagen. In dem schnelllebigen Geschäft sind Transformationen der Vertriebsprozesse an der Tagesordnung. Um die Chancen dieser rasant wechselnden Marktsituationen zu nutzen, braucht es fundiertes und praxisnahes Management-Know-how. Einer der Geschäftsführer und der Vertriebs- und Marketingleiter von FASTEC haben dazu beide ein berufsgeleitendes Studium an der Fachhochschule der Wirtschaft in Paderborn (FHDW) absolviert.

2016 hatte Lars Knitter schon viel erreicht. Der gerade erst 22-Jährige war verantwortlich für ein eigenes Vertriebsgebiet des Softwareunternehmens FASTEC GmbH. Nach dem Abitur hatte er 2013 bei den Paderborner Experten für die Digitalisierung industrieller Produktionen seine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann begonnen. Noch als Azubi wuchs sein Verantwortungsbereich ständig, die Chemie zwischen Unternehmen und dem aufstrebenden jungen Mann passte. Aber er wollte mehr. „Schon nach dem Abitur war klar, dass ich auf jeden Fall noch studieren möchte. Aber direkt nach der Schule wollte ich erst einmal rein in die Praxis, rein in den Job.“ 2016 fühlte er sich bereit für ein auf die Praxis aufbauendes Studium. Geschäftsführer Christian Reusch musste also befürchten, einen geschätzten Mitarbeiter mit wertvollen Kontakten zu Kunden zu verlieren. Und das in Zeiten, wo Personal mit IT-Know-how mehr als gefragt ist.

Doch Reusch hatte eine gute Idee. Der heute 51-Jährige ist Absolvent des Studiengangs Master of Business Administration (MBA) an der Fachhochschule der Wirtschaft in Paderborn (FHDW). Das hat er berufsbegleitend gemacht, um seine Management-Skills für die Position in der Geschäftsführung von FASTEC auszubauen, die er im Unternehmen 2003 übernahm. Bevor er zu FASTEC kam, hatte er zwar bereits eine Ausbildung als Elektroniker und ein Wirtschaftsingenieursstudium abgeschlossen, aber: „Ich war immer sehr technisch unterwegs und durch das MBA-Studium konnte ich mich in Sachen Strategie, globale Märkte, Vertrieb und Management noch einmal fundiert weiterbilden, sodass ich mich wirklich bereit fühlte für die Geschäftsführung.“ Also schlug er Knitter nicht nur das berufsbegleitende Studium Vertriebsmanagement an der privaten Hochschule vor, FASTEC konnte seinem Mitarbeiter auch ein lukratives Angebot machen – mit Übernahme der Studiengebühren und natürlich der Fortsetzung seiner Tätigkeit im Vertrieb. „Ich habe mich schlau gemacht“, berichtet Knitter, „und das sah nach der optimalen Kombination für mich aus. Ich konnte meinen Job weitermachen, weiter Geld verdienen und gleichzeitig mein Studium beginnen.“

2016 begann er das dreijährige Studium. In der Woche läuft es über Online-Formate, nur samstags musste Knitter nach Paderborn, um am Präsenzunterricht teilzunehmen. „Ich konnte meine Karriere fortsetzen und das Studium parallel machen. Als Außendienstler war ich viel unterwegs und loggte mich dann abends im Hotel in die Plattform ein, um zu studieren. Und es brachte mir auch direkt etwas im Job. Häufig war es so, dass ich eine Woche nach einer Vorlesung meine theoretisch gelernten Inhalte schon im Unternehmen anwenden konnte. Stressig war es schon mal in den Klausurphasen, aber mit Disziplin und Motivation ist das Studium auch mit einem anspruchsvollen Job gut vereinbar.“ Für Geschäftsführer Reusch, für das Unternehmen FASTEC und für Knitter war das ganz offensichtlich der richtige Weg. Ein Jahr nach dem Abschluss des Studiums übernahm Knitter im vergangenen Oktober die Vertriebs- und Marketingleitung bei FASTEC. Das Unternehmen fühlt sich mit den beiden Absolventen der berufsbegleitenden Studiengänge gut aufgestellt – im Management wie im Vertrieb. Das war laut Reusch auch erforderlich: „Wir machen heute etwas vollkommen anderes als vor 15 Jahren. Damals entwickelten wir unsere Produkte für einen Anlagenbauer, waren vertriebsmäßig also von diesem einen Kunden abhängig. Heute bieten wir unsere Produkte vielen Kunden an, mussten uns im Vertrieb ganz neu aufstellen.“ Von 2003 bis heute verdoppelte sich die Belegschaft auf heute rund 80 Mitarbeiter – davon allein 15 in der Vertriebs- und Marketingabteilung tätig.

Die Geschichte geht weiter, denn mittlerweile haben zwei weitere Vertriebsmitarbeiter von FASTEC ihr berufsbegleitendes Studium begonnen ebenfalls an der FHDW. Reusch, der 1989 Abitur machte, freut sich mit der jungen Generation über die Möglichkeiten, die er damals nicht hatte: „1989 war mit dualem oder sogar berufsbegleitendem Studium noch nicht viel. Ich würde heute auch keinen klassischen Diplomstudiengang mehr machen. Das ist viel zu weit weg von der Praxis.“

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