11. August 2021

Kultur- und Kreativwirtschaft: Kreis Paderborn schneidet im NRW-Vergleich gut ab

4,38 Prozent (5.238 Personen) der Sozialversicherungspflichtig (SV)-Beschäftigten im Kreis Paderborn arbeiten in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Damit liegt der Kreis im NRW-Vergleich nur knapp hinter den Städten Köln (6,54%), Bonn (6,35%), Düsseldorf (5,34%) und der Städteregion Aachen (5,24%) auf Platz 5, was den relativen Anteil der SV-Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung betrifft. Das geht aus dem Goldmedia Standortmonitor hervor, der sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom 30. Juni 2020 bezieht und einen jährlichen Monitoringbericht für die Kultur- und Kreativwirtschaft erstellt.

Frank Wolters, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Paderborn, zeigt sich erfreut über die aktuellen Zahlen und auch darüber, dass Paderborn in einem Atemzug mit Köln, Bonn oder Düsseldorf genannt werden kann: „Die Branche birgt hohes Potential, innovationsaffine Menschen für den Standort gewinnen zu können.“ Kreative Räume, Co-Working-Spaces, FabLabs und kreative Manufakturen würden verstärkt nachgefragt und eingefordert, so Wolters, der sich für einen Ausbau der Infrastruktur einsetzt, um Kreativen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln und in Paderborn Fuß zu fassen.

Frank Wolters, WFG-Geschäftsführer
Foto: WFG/Besim Mazhiqi

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist hinter dem Gastgewerbe (348.048) der Wirtschaftssektor mit den zweitmeisten Gesamtbeschäftigen (241.821) in NRW, noch vor dem Maschinenbau (219.442) und der Chemischen Industrie (108.784). Bei den Umsätzen liegt die Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW mit 41,2 Mrd. Euro in 2019 auf dem fünften Rang, hinter der Energieversorgung (140,3 Mrd. Euro), der Chemischen Industrie mit 61,6 Mrd. Euro, dem Maschinenbau mit 57,4 Mrd. Euro und dem Fahrzeugbau mit 43,4 Mrd. Euro.

Prognosen der Umsätze von Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft: In Deutschland (links), in NRW (mittig) & im Teilmarkt Software/Games in NRW (rechts), jeweils im Zeitraum von 2015 bis 2022. Quelle: Goldmedia Standortmonitor

Mit den Teilmärkten Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Darstellende Kunst, Designwirtschaft, Architektur- und Pressemarkt sowie der Software- und Games-Industrie erwirtschaftete die Branche im Jahr 2019 bundesweit einen Gesamtumsatz von mehr als 176 Mrd. Euro. Trotz eines Rückgangs von knapp 14% im Jahr 2020 soll sich der Umsatz schon nächstes Jahr wieder nahezu erholt haben. Goldmedia rechnet bis 2022 mit einem Gesamtumsatz von 173 Mrd. Euro. Davon knapp 40 Mrd. Euro in Nordrhein-Westfalen.

Allein im Teilmarkt Software/Games wird laut Goldmedia ein Umsatz von etwa 6 Mrd. Euro in NRW im Jahr 2022 prognostiziert, was einem Umsatzplus von rund 9% entspricht. In diesem Teilbereich schafft es der Kreis Paderborn mit fast 4.000 Beschäftigten und damit 3,16% sogar auf das Treppchen und liegt im NRW-Vergleich der relativen Beschäftigtenzahlen hinter der Städteregion Aachen (3,82%) und der Stadt Bonn (3,77%) auf Platz 3, gefolgt von den Städten Bochum (2,21%) und Düsseldorf (2,05%).

"Neue Impulse in der Paderborner Stadtentwicklung"

Für Kulturdezernent und ersten Beigeordneten der Stadt Paderborn Carsten Venherm zeigen diese Zahlen, dass Paderborn sich im kulturellen Bereich nicht verstecken muss: „Wir haben eine starke und lebendige Szene vor Ort, die in Krisenzeiten einmal mehr gezeigt hat, welches Potential in ihr steckt.“ Mit dem Kultursommer im Kreis Paderborn freut sich Venherm darüber, der Szene wieder Hoffnung und Veranstaltungsmöglichkeiten geben zu können. „Wir haben vom kleinen Verein und Solo-Künstlerinnen und -Künstlern bis zur Veranstaltungsbranche die Bedürfnisse vor Augen und kümmern uns darum, die Szene in Paderborn auch nach der Pandemie weiterhin zu unterstützen und Hand in Hand zusammen zu arbeiten“, so der Kulturdezernent.

Aufgrund seiner innerstädtischen Lage ist das Alanbrooke-Quartier zum einen für ein urbanes Wohnen, als auch für die Ansiedlung von kleinteiligem Gewerbe und kreativen Dienstleistungen prädestiniert. Hierzu sollen mehrere denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Alanbrooke Kaserne zu einem Zentrum für Kreativ- und Kulturwirtschaft entwickelt werden.
Mehr Infos: Paderborner Konversion. Foto: Tobias Vorwerk

Mit einem Blick ins Riemekeviertel stellt besonders das geplante Kreativquartier auf dem Gelände der ehemaligen Alanbrooke-Kaserne eine Möglichkeit dar, Kultur- und Kreativschaffenden einen neuen Handlungsort und Treffpunkt in Paderborn zu geben, ist die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke überzeugt: „Damit können wir neue Impulse in der Stadtentwicklung für den Kulturstandort Paderborn setzen und der Kultur- und Kreativwirtschaft nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten anbieten“, so Warnecke.

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