13. April 2026

Paderborner Softwareunternehmen Connext Vivendi feiert 40-jähriges Firmenjubiläum

Was 1986 im elterlichen Keller begann, ist heute mit 430 Mitarbeitenden und der Branchensoftware Vivendi zu einem der führenden IT-Dienstleister im Sozial- und Gesundheitswesen geworden. Mit einem Umsatz von über 82 Millionen Euro im Jahr 2025 wächst das inhabergeführte Unternehmen auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten weiter. Welche Rolle dabei Steve Jobs und eine Ordensschwester aus dem Sauerland gespielt haben, zeigt ein Blick in eine Paderborner Erfolgsgeschichte.

Als Jörg Kesselmeier ein Jahr vor seinem Abitur das Unternehmen "Kesselmeier Mikrocomputer" gründet, legt er den Grundstein für die heutige Connext GmbH mit Sitz im Paderborner Balhorner Feld. Zunächst liegt der Fokus auf dem Verkauf von Hardware, Systemtechnik und Individualsoftware. Als Apple-Gründer Steve Jobs für seine neue Firma NeXT Vertriebspartner in Deutschland sucht, erhält das junge Paderborner Start-up den Zuschlag, wird 1991 in Connext ("mit NeXT") umbenannt und beginnt mit der Entwicklung von Anwendungssoftware für die Unix-Workstations aus den USA. Kunden sind unter anderem Universitäten, Ingenieurbüros und das grafische Gewerbe. Dass daraus einmal ein führendes Softwareunternehmen für das Sozial- und Gesundheitswesen entstehen würde, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

 

Die Software für das Sozialwesen kommt 1996 auf den Markt

Der entscheidende Impuls folgt 1992: Sr. Maria Dolores Bilo von den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel (SMMP) lässt bei Connext diverse Spezialsoftware für die Einrichtungen und Dienste des Ordens entwickeln. Mit der Einführung der Pflegeversicherung entsteht wenig später der Bedarf an einer passenden Software auch bei vielen anderen Trägern. Connext entwickelt Vivendi und bringt die Standardsoftware für die Sozialwirtschaft 1996 auf den Markt. Zunächst für die Stationäre Pflege, doch von Beginn an konzipiert für Versorgungsketten und andere Hilfearten. So kommen rasch ambulante Pflegedienste, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie Fachdienste und Beratungsstellen hinzu. Vivendi etabliert sich in der Branche und wird schließlich zur marktführenden Software.

Digitalisierung und KI kommen in der Sozialwirtschaft an

Heute arbeiten täglich rund 700.000 Fachkräfte im Sozialwesen mit der Software aus Paderborn. Gleichzeitig investieren viele Einrichtungen verstärkt in Digitalisierung sowie in die Automatisierung von Verwaltungs- und Dokumentationsprozessen. Dabei nimmt auch Künstliche Intelligenz eine zunehmend bedeutende Rolle ein. "Unser Ziel ist es, KI-Lösungen zu entwickeln, die Fachkräfte im Alltag spürbar entlasten und mehr Zeit für die Arbeit mit Menschen verschaffen", erklärt Geschäftsführer Jörg Kesselmeier. "Dafür bauen wir gezielt Kompetenzen in Paderborn auf und stellen die notwendige Infrastruktur auch hier für unsere Kunden bereit." Erst Anfang 2026 hat Connext rund drei Millionen Euro in die Erweiterung des unternehmenseigenen Rechenzentrums in Paderborn investiert, das nach ISO 27001 zertifiziert ist und höchste Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit erfüllt. Zudem wurde die Produktpalette um eine neue Assistenzplattform namens VIVI erweitert, die aus einem datenschutzkonformen und pflegetauglichen Sprachassistenten, einer Smartwatch und der Quartierspflege-App Via Vivendi besteht. Damit soll das selbstbestimmte Leben in den eigenen vier Wänden gefördert und die Vernetzung von Angehörigen, Nachbarn, Freunden und professionell Pflegenden verbessert werden.

Connext-Campus als Ort der Begegnung

Kesselmeier denkt dabei über die reine Softwareentwicklung hinaus und hat mit dem Connext-Campus in Paderborn einen Ort der Begegnung geschaffen. Denn hier werden die Anwender der Branchensoftware geschult und können sich über die aktuellen Entwicklungen austauschen. Zum Campus gehören aber auch die Kita Vivendi, das Restaurant Vivendi und das Tagungszentrum Hotel Vivendi. Der Campus ist damit nicht nur Treffpunkt für Akteure aus dem Sozial- und Gesundheitswesen, sondern auch Veranstaltungsort für Tagungen und Konferenzen regionaler Unternehmen und Organisationen sowie für kulturelle Events und private Feiern.

Damit steht Connext nach 40 Jahren für Digitalisierung, technologische Innovationsfreude und eine tiefe regionale Verbundenheit – und zählt zu den wichtigsten IT-Arbeitgebern der Region, der Fachkräfte aus ganz Deutschland nach Paderborn zieht.

Foto (Connext): Connext-Geschäftsführer Jörg Kesselmeier begrüßt rund 1.000 Gäste beim Vivendi-Anwendertreffen in Paderborn, einem der größten Branchentreffen des Sozialwesens.
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