25. Juni 2026

MINT im Kontext gesellschaftlicher Verantwortung

Präsident der Universität Paderborn spricht bei Jahresversammlung des Stifterverbandes in Berlin

Gut ausgebildete Fachkräfte in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind essenziell für den wirtschaftlichen Erfolg und die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Allerdings spitzen sich die Herausforderungen im MINT-Bereich zu – Lehrkräftemangel, wachsende Kompetenzlücken bei Schülerinnen und Schülern, sinkende Zahlen bei Studierenden und Fachkräften. Gleichzeitig gibt es vielversprechende Ansätze, die die Situation verbessern können.

Anlass genug, um das Thema zum Leitmotiv der Jahresversammlung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V. zu machen. Am 24. Juni sprachen Akteure, die an verschiedenen Stellen entlang der Bildungskette wirken und Veränderungen anstoßen wollen, über zentrale Aspekte in den Bereichen MINT-Bildung, -Studium und Arbeitsmarkt. Darunter waren Dr. Melanie Maas-Brunner, neue Präsidentin des Stifterverbandes, Prof. Dr. Michael Kaschke, bisheriger Präsident des Stifterverbandes, Vittorio Lazaridis, Ministerialdirigent am Ministerium für Kultus des Landes Baden-Württemberg, und Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität Paderborn, war als einziger Repräsentant deutscher Universitäten als Podiumsgast vertreten. Der Hintergrund: Mit “MINTconnect2OWL” hat sich die Universität Paderborn im Wettbewerb “Leuchttürme MINTernational” durchgesetzt und ist damit als vorbildhaftes Beispiel für die Integration ausländischer MINT-Absolventinnen und -Absolventen in den deutschen Arbeitsmarkt ausgezeichnet worden.

Vor rund 400 Gästen diskutierten die Experten und Expertinnen in Berlin, warum es in Deutschland nach wie vor schwer ist, internationale Studierende in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Prof. Bauer nennt als Gründe zum Teil geringe Sprachkenntnisse, fehlende Netzwerke und Unternehmenskontakte. “Aber auch bürokratische Hürden, teilweise auch bei Unternehmen, erschweren es, internationale Absolvent*innen einzustellen. Deshalb ist es so wichtig, internationale Studierende frühzeitig und systematisch an den regionalen Arbeitsmarkt entlang des gesamten Student-Lifecycles anzubinden – und zwar vom Studienstart bis zum Berufseinstieg.”

Im Rahmen des Programms “Leuchttürme MINTernational” fördert, vernetzt und begleitet der Stifterverband Modellregionen, die Synergien und vorbildhafte Formate der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit entwickeln. Die strategische Grundlage von “MINTconnect2OWL” beruht auf einer engen, langjährig etablierten Zusammenarbeit zwischen der Universität Paderborn, regionalen Partnerinstitutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie Verbänden, Akteuren und Sozialversicherungsträgern in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Zudem existiert bereits eine gut ausgebaute und erprobte Infrastruktur dank internationaler Kontakte und Kooperationen der Universität, z. B. durch das International Office und die europäische Hochschulallianz COLOURS.

Die Universität Paderborn verbindet Wissenschaft und Wirtschaft effektiv miteinander. Ein starkes Profil in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sorgt nicht nur für die Sicherung des MINT-Nachwuchses, sondern vereint exzellente Grundlagenforschung mit anwendungsorientierter Wissenschaft und schafft so eine Brücke zwischen den klassischen MINT-Disziplinen und fachübergreifenden Fragestellungen. Bestimmte Veranstaltungen wie etwa die “Herbst-Uni” zielen zudem darauf ab, die Schülerinnen und Schüler schon früh für MINT-Studiengänge zu begeistern. “Ein weiteres Profilmerkmal ist die Verankerung von Nachhaltigkeit in der MINT-Forschung. Forschungsnetzwerke wie SAIL (SustAInable Life-cycle of Intelligent Socio-Technical Systems) oder Initiativen wie die ‚Neue Mobilität Paderborn‘ zeigen, dass wir MINT nicht isoliert, sondern im Kontext gesellschaftlicher Verantwortung und zukunftsfähiger Entwicklung denken. All diese Aspekte bilden die Basis für eine gute akademische Ausbildung und eine erfolgreiche Integration in unseren Arbeitsmarkt”, ergänzt Prof. Bauer.

Foto (David Ausserhofer/Stifterverband): Dr. Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär im Stifterverband, Vittorio Lazaridis, Prof. Dr. Matthias Bauer (Mitte), Studentin Arina Roth und Dr. Melanie Maas-Brunner bei der Jahresversammlung des Stifterverbandes.
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