10. Juli 2026

21. Unternehmensfrühstück: Kultur als Standortfaktor

Rund 200 Unternehmerinnen und Unternehmer aus Paderborn und der Region sind der Einladung der Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) zum 21. Unternehmensfrühstück Ende Juni ins Theater Paderborn gefolgt. Das Format findet stets am frühen Morgen und an wechselnden Orten statt, im Wechsel zwischen dem historischen Rathaus und Unternehmen oder besonderen Standorten in der Stadt. Der Gang ins Theater ging auf eine Anregung der Theaterfreunde Paderborn und Bürgermeister Stefan-Oliver Strate zurück, mit denen die WFG gemeinsam eingeladen hatte. Der Förderverein leistet einen wichtigen Beitrag zum Theater der Stadt. Im Mittelpunkt des Vormittags stand das Thema Kultur als Standortfaktor.

Fotos (WFG/Tobias Vorwerk): v. l.: Prof. Dr. René Fahr, Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, Nilgün Özel (Vorsitzende Theaterfreunde Paderborn), Intendantin Katharina Kreuzhage und WFG-Geschäftsführer Jürgen Janke.

Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der WFG, ordnete die Bedeutung von Kultur für den Wirtschaftsstandort ein. Kultur trage wesentlich zur Lebensqualität und zur Attraktivität einer Stadt im Wettbewerb um Fachkräfte und Ansiedlungen bei. Zugleich sprach er offen über die angespannte Haushaltslage: Wie viele Kommunen bundesweit stehe auch Paderborn vor erheblichen finanziellen Herausforderungen und einem Sparprozess, der alle Bereiche betreffe. Umso wichtiger sei es, den Blick zugleich nach vorne zu richten. Strate verwies auf laufende Zukunftsprojekte – vom Zukunftsquartier auf dem 54 Hektar großen Areal der ehemaligen Barker Barracks bis zur Spitzenforschung an der Universität Paderborn.

Jürgen Janke, kommissarischer Geschäftsführer der WFG und der TPG TechnologieParkPaderborn GmbH, gab Einblicke in die geplanten Vorhaben im Zukunftsquartier. Er stellte das Innovationszentrum und den Innovationspark vor, mit denen die TPG Gründungen, Start-ups und bestehende Unternehmen künftig in allen Wachstumsphasen begleiten will – mit flexiblen Flächen, einem Technikum und dem Ziel, eine Community am Standort zu schaffen. Als aktuelles Beispiel für gelebte Innovation nannte er das Unternehmen HOLON, das im Zukunftsquartier autonomes Fahren im realen Straßenverkehr erprobt. Janke warb zugleich dafür, bei allen Herausforderungen den Blick stärker auf das zu lenken, was in Paderborn bereits gut funktioniert, und die vielen positiven Entwicklungen am Standort gemeinsam in den Vordergrund zu stellen.

Prof. Dr. René Fahr

Den Impulsvortrag hielt Prof. Dr. René Fahr, Vizepräsident für Transfer und Nachhaltigkeit der Universität Paderborn und Mitglied des Beirats der Theaterfreunde. Unter dem Titel "Warum die Unternehmen das Theater brauchen" beleuchtete er aus Sicht der Corporate Governance, warum sich kulturelles Engagement für Unternehmen auch wirtschaftlich lohnt. Er untermauerte dies mit Forschungsbeispielen: Eine Studie zum Theater im Raum Regensburg zeigt, dass ein erheblicher Teil jedes ins Theater investierten Euros über Besucherausgaben in der Stadt und Region verbleibt. Eine Langzeituntersuchung von 706 Industrieclustern in Südkorea belegt zudem, dass die Beschäftigung dort stärker wuchs, wo das Kulturangebot gezielt ausgebaut wurde. Kultur, so Fahrs Fazit, sei damit auch ein Faktor für Fachkräftesicherung und Standortattraktivität.

Im Anschluss bot das Format wie gewohnt Raum für den persönlichen Austausch zwischen Unternehmen, Verwaltung und Wirtschaftsförderung. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, das Theater Paderborn zu einer ungewohnten Tageszeit von einer neuen Seite zu erleben.

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