02. September 2026

Künstliche Intelligenz aus Paderborn: Minister Dr. Optendrenk besucht IT-Standort der Finanzverwaltung

Das Rechenzentrum der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen (RZF NRW) betreibt in Paderborn einen Entwicklungsstandort, der in fünf Jahren von 25 auf 76 Beschäftigte gewachsen ist. Bei seinem Besuch informierte sich Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk über die Arbeit an Künstlicher Intelligenz für die Steuerverwaltung.

Paderborn ist seit 2021 Außenstandort des RZF NRW, das seinen Hauptsitz im Neubau in Kaarst hat. Dass die Wahl auf Paderborn fiel, hat einen konkreten Grund: Die Stadt gilt mit dem Erbe der Nixdorf Computer AG als Pionierstadt der Informationstechnologie in Deutschland. Die Universität Paderborn bildet mit ihren Informatik-Studiengängen Jahr für Jahr IT-Fachkräfte aus, die das RZF direkt vor Ort gewinnen kann. 76 Beschäftigte arbeiten heute in der Lise-Meitner-Straße in allen Geschäftsbereichen des RZF. Die Zahl der Beschäftigten wächst weiterhin.

Minister Dr. Marcus Optendrenk: „Paderborn zeigt, wie eine kluge Standortstrategie funktioniert. Wir gehen dorthin, wo die IT-Fachkräfte sind. In fünf Jahren ist dieser Standort von einer Handvoll Beschäftigter auf über 75 Köpfe gewachsen. Hier wird an Lösungen gearbeitet, die für die gesamte Finanzverwaltung in Nordrhein-Westfalen Wirkung entfalten.“

Eigener KI-Assistent der Finanzverwaltung

Wesentlicher Baustein für die gelingende Entwicklung und Einführung innovativer KI-Produkte für die nordrhein-westfälische Finanzverwaltung ist der KI- und Cloud-Inkubator, an dem das RZF mit Spezialistinnen und Spezialisten auch am Standort Paderborn beteiligt ist. Fachleute aus RZF, Oberfinanzdirektion und Ministerium der Finanzen entwickeln hier gemeinsam Anwendungen Künstlicher Intelligenz für die Steuerverwaltung. Das Flaggschiff-Produkt heißt FinAssist.NRW: ein KI-gestützter Assistent, der Beschäftigte der Finanzämter bei Dokumentenanalysen, Textentwürfen und automatisierter Texterkennung unterstützt. Seit Juni 2026 wird FinAssist.NRW in den Finanzämtern Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh getestet und seit Juli 2026 auch im Ministerium der Finanzen. Nach der Evaluation soll die Lösung auf weitere Finanzämter ausgeweitet werden.

Entscheidend für den Einsatz in der Steuerverwaltung: Die Datenverarbeitung erfolgt vollständig im geschützten Bereich des RZF ohne Internetanbindung. Personenbezogene Daten und Steuerinformationen bleiben unter der Kontrolle des Landes.

Die KI-Plattform hinter FinAssist.NRW kommt auch der Softwareentwicklung im RZF selbst zugute. Entwicklerinnen und Entwickler nutzen sie bereits zur Programmcode-Optimierung, Fehleranalyse und Dokumentation. Die fachliche Verantwortung und Endprüfung der Ergebnisse liegen dabei immer beim Menschen.

Oliver Hütte, Standortkoordinator in Paderborn und kommissarischer Leiter des KI- und Cloud-Inkubators: „Wir arbeiten hier mit kurzen Wegen und einem Team, das IT-Fachleute und Steuerprofis aus den Finanzämtern der Region zusammenbringt. Diese Mischung aus technischem Know-how und Praxiserfahrung aus dem Steueralltag ist unser größter Vorteil. Wenn wir FinAssist.NRW weiterentwickeln, sitzen die Kolleginnen und Kollegen, die das Werkzeug später täglich nutzen, mit am Tisch.“

Dr. Michael Rauterkus, Behördenleiter des RZF NRW: „Der Standort Paderborn ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir als Rechenzentrum der Finanzverwaltung auf die Zukunft ausgerichtet sind. Die enge Verzahnung von IT-Expertise und praktischer Erfahrung aus den Finanzämtern schafft echten Mehrwert für die Digitalisierung der gesamten Steuerverwaltung in Nordrhein-Westfalen.“

Foto (Land NRW/Mark Hermenau): v.l. Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk, Oliver Hütte (Standortkoordinator in Paderborn) und Dr. Michael Rauterkus (Behördenleiter RZF NRW). 
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