18. September 2026

Ausgezeichneter Digitaler Zwilling für die Stadtplanung

Technische Beigeordnete Claudia Warnecke nimmt Siegel entgegen

Erneute Auszeichnung für die Entwicklung des Modellprojekts Smart City Paderborn: Während des KGSt-Forums in Leipzig durfte die Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn, Claudia Warnecke, das Siegel „Bewährt vor Ort“ für den Digitalen Zwilling in Empfang nehmen. Damit zeichnen der Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) und Re:Form, die Allianz für den Staat von morgen, jährlich wegweisende kommunale Innovationen aus, die in der Praxis funktionieren und auf andere Kommunen übertragbar sind. Partnerin ist die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt).

Der Digitale Zwilling für die Stadtplanung ist ein digitales Abbild der Stadt, in dem räumliche Daten und Informationen gebündelt und dargestellt werden. Er wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen geförderten Modellprojekts Smart City gemeinsam mit den Städten Halle (Saale) und Potsdam entwickelt. Da die Lösung frei verfügbar („Open Source“) ist, kann sie von weiteren Kommunen übernommen werden.

„Ich freue mich ganz besonders, dass die gute Arbeit der Projektbeteiligten nun schon zum zweiten Mal mit einem hochrangigen Siegel ausgezeichnet wird. Dies zeigt, dass die entwickelten Lösungen des Smart-City-Teams nicht nur innovativ sind, sondern auch nutzbringend und praxisnah umgesetzt wurden“, zeigt sich Claudia Warnecke zufrieden mit den bisherigen Projektergebnissen.

Die Software unterstützt Stadtplanerinnen, Stadtplaner und weitere Beteiligte dabei, relevante Daten für Planungen zentral zu bündeln, zu analysieren und für unterschiedliche Planungsschritte zu nutzen. Bereits zu Beginn können beispielsweise das bestehende Planungsrecht, Nutzungen, Erreichbarkeiten oder klimatische Bedingungen untersucht werden.

Während der Planung lassen sich Entwürfe in 2D und 3D visualisieren und ihre Auswirkungen auf die Umgebung analysieren. Wie viel Baufläche entsteht? Wie können unterschiedliche Nutzungen auf Gebäude und einzelne Geschosse verteilt und miteinander kombiniert werden? Und welche Gebäudehöhen und Dichten sind an diesem Standort sinnvoll? Diese und weitere Fragestellungen können automatisiert ausgewertet und für verschiedene Planungsvarianten miteinander verglichen werden. So erhalten Planer und weitere Beteiligte schnell einen Überblick darüber, wie sich eine Neuplanung in die bestehende Umgebung einfügt. Dies erleichtert auch die gemeinsame Abstimmung verschiedener Varianten durch anschauliche Darstellungen.

Gleichzeitig dient der Digitale Zwilling als zentrale Plattform für Daten und Kommunikation. So wird er beispielsweise bei Anträgen im Rahmen des „Bau-Turbos“ eingesetzt. Mithilfe des Tools können die Planer erste Prüfungen der eingegangenen Anträge durchführen, die dadurch beschleunigt werden. Die einzelnen Fälle werden darüber hinaus mit den wichtigsten Informationen auf einer Karte verortet und lassen sich unter anderem nach Fristen, Zuständigkeiten oder bestimmten Eigenschaften filtern und sortieren. Dadurch erhalten die Planer schnell einen Überblick über aktuelle Anträge, vergleichbare Fälle und deren räumliche Verteilung im Stadtgebiet.

Auch für weitere Aufgaben, etwa zur Erfassung und Bewertung von Baulandpotenzialen, kommt der Digitale Zwilling zum Einsatz. Zeitgleich wird kontinuierlich erprobt, für welche weiteren Aufgaben und Anwendungsbereiche er die Stadtplanung unterstützen kann.

Weitere Informationen und Kontaktdaten gibt es unter www.digitale-heimat-pb.de.

Foto (Re:Form, ProjectTogether gGmbH): Am Abend der Preisverleihung: (v. l.) Alexander Handschuh (Sprecher DStGB), Jana Helder (Form Follows You GmbH), Technische Beigeordnete Claudia Warnecke und Marc Groß (Vorstand KGSt).
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