17. August 2026

Wirtschaftsförderung und Bürgermeister besuchen Hesse GmbH

Im April dieses Jahres wurde die Paderborner Hesse GmbH mit dem OWL-Innovationspreis der OstWestfalenLippe GmbH ausgezeichnet. Das nahmen Bürgermeister Stefan-Oliver Strate und die Wirtschaftsförderung Paderborn (WFG) zum Anlass, das Unternehmen an der Lise-Meitner-Straße zu besuchen. Auf dem Programm standen ein Rundgang durch die Fertigung und ein Austausch über die aktuellen Projekte des Unternehmens.

Den Hauptpreis gewann Hesse für den "Smart Welder", eine Ultraschall-Schweißanlage. Mit ihr lassen sich Verbindungen in Modulen der Leistungselektronik industriell schweißen statt löten. In diesem Segment ist das Paderborner Unternehmen Weltmarktführer.

Was das konkret bedeutet, erläuterten Firmengründer und Geschäftsführer Dr.-Ing. Hans Hesse sowie die Geschäftsführer Konrad Hesse und Ralf Steffens beim Rundgang an konkreten Bauteilen. Diese stecken in fast jedem Elektroauto, jeder Solaranlage und jedem Windrad. Hesse selbst baut nicht die Module, sondern die Maschinen für die Produktion der Module: Anlagen, mit denen Unternehmen aus der Automobilbranche, der Medizintechnik und der Halbleiterindustrie ihre Produkte fertigen. Entwicklung und Endmontage finden in Paderborn statt, die Kunden sitzen weltweit. Hinzu kommen Kooperationen mit Partnerunternehmen in über 30 Ländern.

Ein weiteres Thema war die anstehende Erweiterung am Paderborner Standort. Hesse baut an das bestehende Bürogebäude an und schafft damit 1.600 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche. Der Baustart ist für August vorgesehen. Platz für weiteres Wachstum bleibt: Von den rund 30.000 Quadratmetern des Firmengeländes ist bislang gut die Hälfte bebaut.

Hintergrund der Investition ist die Entwicklungsabteilung. Sie soll wachsen und dafür zusammenhängende Flächen bekommen. In Ostwestfalen-Lippe beschäftigt Hesse 260 Menschen, zusammen mit den Tochtergesellschaften in Hongkong, Tokio und den USA sind es rund 370. "Wenn man sich anschaut, was in der Welt gerade passiert, ist Innovation der Schlüssel für eine vernünftige Zukunft, denn Innovation heißt entwickeln", sagte Unternehmensgründer Hans Hesse beim Besuch.

Beim Personal setzt das Unternehmen auf die Universität Paderborn als verlässliche Quelle für akademischen Nachwuchs. Viele Beschäftigte haben als studentische Hilfskräfte im Unternehmen angefangen oder ihre Abschlussarbeit über ein Thema aus dem Hause Hesse geschrieben. Aus der Zusammenarbeit mit Lehrstühlen sind zudem Entwicklungen entstanden, die es ohne diese Kooperationen so nicht gegeben hätte. Sichtbar wird die Verbindung auch im Eingangsbereich: Dort steht ein Rennwagen des Formula-Student-Teams der Universität Paderborn. Hesse stellt dem Team Maschinen und Räume zur Verfügung, damit die Studierenden die Batteriemodule ihrer Fahrzeuge kontaktieren können – mit derselben Technologie, mit der das Unternehmen die Automobilindustrie beliefert.

Der größte Teil der Entwicklungsarbeit entfällt inzwischen auf Software: von der Regelungstechnik über maschinelles Lernen und Qualitätskontrolle bis zur Anbindung an die Produktionssysteme der Kunden. "Mit einer rein mechanischen Lösung kommt man heute nicht mehr weit. Die Maschinen müssen intelligent sein", so Hans Hesse. Softwareentwicklerinnen und Softwareentwickler hätten den Bedarf an Ihrer Humanressource für den Industriezweig Maschinenbau dabei oft nicht auf dem Schirm.

"Wenn ein Unternehmen mit dieser technologischen Position hier weiter investiert und zusätzliche Arbeitsplätze schafft, ist das ein starkes Signal für den Standort Paderborn", freut sich Bürgermeister Stefan-Oliver Strate.

Hesse gehörte 2023 auch zu den ersten Unternehmen, die sich an der WFG-Videokampagne "Paderborner Markenbotschaften" beteiligt haben. Darin stellen sich Paderborner Unternehmen vor und sprechen darüber, was den Standort für sie ausmacht.

"Unternehmensbesuche wie dieser sind fester Bestandteil unserer Arbeit für den Wirtschaftsstandort Paderborn", sagt Jürgen Janke, kommissarischer Geschäftsführer der WFG. "Ziel ist es, Themen frühzeitig aufzunehmen und kurze Wege zwischen Unternehmen und Verwaltung herzustellen." Unternehmerinnen und Unternehmer können sich bei Fragestellungen jederzeit an die WFG wenden.

Foto (WFG/Tobias Vorwerk): v. l.: Ralf Steffens (Geschäftsführer Hesse GmbH), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, Dr.-Ing. Hans Hesse (Gründer und Geschäftsführer Hesse GmbH), Wirtschaftsförderer Jürgen Janke und Konrad Hesse (Geschäftsführer Hesse GmbH).
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