13. Mai 2026
Rund 130 Gäste informieren sich im Zukunftsquartier

Wirtschaftlicher Aufbruch im Zukunftsquartier: Veranstaltung bringt Unternehmen, Start-ups, Innovationstreiber und Multiplikatoren zusammen
Rund 130 Gäste aus Unternehmen, Start-ups, Scale-ups, der Wissenschaft, den Kammern, der Verwaltung und der Politik kamen am Montagmorgen ins Zukunftsquartier. Anlass war die Veranstaltung "Wirtschaftlicher Aufbruch im Zukunftsquartier - Sunrise Meeting trifft GründungsOffensive Paderborn". Die Teilnehmenden informierten sich darüber, wie auf 54 Hektar Konversionsfläche an der Driburger Straße in den nächsten Jahren ein gemischter Stadtteil entstehen soll.
Zu der Veranstaltung eingeladen hatten die Zukunftsquartier Entwicklungsgesellschaft mbH (ZQE), die TPG TechnologieParkPaderborn GmbH und die GründungsOffensive Paderborn. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate eröffnete die Veranstaltung. "Hier entsteht ein gemischter Stadtteil, in dem Wohnen und Arbeiten dicht verzahnt sind. Genau diese Mischung trägt neue Impulse in unsere bestehende Wirtschaft", sagte Strate. Das Zukunftsquartier beginne heute.
Lars-Christian Lange, Geschäftsführer der ZQE, skizzierte den Fahrplan. Der Rückbau auf dem Gelände hat im Januar 2026 begonnen, Ende des Jahres starten die Erschließungsarbeiten. Ab 2028 stehen die ersten baureifen Grundstücke zur Verfügung. Den Auftakt des ersten, über 20 ha großen, Bauabschnittes bildet die urbane Meile, die den Start-up Campus OWL der Universität Paderborn mit dem geplanten Bahnhof im Quartier verbindet.
Im Zukunftsquartier entsteht ein lebendiger Ort mit Angeboten für im Endzustand etwa 7.000 Menschen sowie 4.000 Arbeitsplätzen. Hier verschmelzen Wohnen und Arbeiten auf engstem Raum, während ergänzende Nutzungen wie soziale Infrastruktur, Gastronomie und Einzelhandel in den Erdgeschosszonen für lebendige Vielfalt im neuen Stadtquartier sorgen.
Innovationspark und Innovationszentrum
Wie die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Areal funktionieren soll, erläuterte Jürgen Janke, kommissarischer Geschäftsführer der TPG TechnologieParkPaderborn GmbH und der Wirtschaftsförderung Paderborn. Geplant sind zwei ineinandergreifende Bausteine. Der Innovationspark spannt sich als dezentrales Ökosystem über das gesamte Quartier. Auf mehreren Teilflächen sollen technologieorientierte Unternehmen, Wachstumsunternehmen, Forschungseinrichtungen und Innovationsteams aus Konzernen Platz finden. Auch Unternehmen außerhalb des Quartiers können Mitglied werden und das Netzwerk nutzen. Das Innovationszentrum bildet den ersten baulichen Anker im Innovationspark mit Angeboten für skalierende Unternehmen. Ziel ist die Möglichkeit von vergünstigten und flexiblen Mietflächen und ein Angebot an wichtigen Formaten für die Innovations- und Wachstumsphase.
Thematisch folgt die Entwicklung dem Profil "Smart X". "Smart" steht für intelligente und vernetzte Anwendungen, bei denen Daten den Ausschlag geben. "X" steht für Offenheit gegenüber Branchen und neuen Technologien. Die Schwerpunkte reichen von künstlicher Intelligenz und Automatisierung bis zur IT-Sicherheit und umfassen Anwendungen in den Bereichen Maschinenbau, Automotive, Lebensmittel- und Metallverarbeitung.
3.000 Quadratmeter Innovationszentrum
Das Innovationszentrum soll auf einer Nutzfläche von rund 3.000 Quadratmetern flexiblen Raum für wachsende Unternehmen schaffen. "Das Angebot ergänzt die bestehende Gründungslandschaft am Standort", erklärte Jürgen Janke. Während die garage33 Gründungen aus der Universität Paderborn unterstützt, richtet sich das Innovationszentrum an außeruniversitäre Gründungen und wachsende Unternehmen und schließt somit an die Arbeit der Universität an. Auch Spin-offs aus Forschung und Innovationsteams von Bestandsunternehmen finden hier Platz. "Wachsende Gründungen sollen aus der garage33 direkt in das Innovationszentrum übergehen können, ohne den Standort zu wechseln. Außerdem gibt es in Paderborn viele nicht-universitäre Start-ups, die hier einen Raum und ein Ökosystem finden", sagte Janke. Das Team will den GRW-Förderantrag noch in diesem Jahr einreichen. Der Spatenstich für das Innovationszentrum ist für das Jahr 2027 geplant.
HOLON testet bereits im Quartier
Dass das Konzept Praxistauglichkeit hat, zeigt HOLON. Das Mobilitäts-Spin-off von BENTELER testet seit Kurzem autonome Shuttles auf einer Fläche im Zukunftsquartier. Vincent Börger als Vertreter des Unternehmens betonte die kurzen Wege zwischen Entwicklung und Test als Standortargument. Pilotprojekte in Hamburg und Darmstadt laufen bereits, Gespräche mit dem PaderSprinter zur Erprobung im Paderborner Stadtverkehr stehen an.
Dr. Otto Drosihn vom Verein "Paderborn überzeugt" ergänzte den Blick aus der etablierten Wirtschaft. Moderne Produktion arbeite oft leise und sauber und füge sich gut in Wohnumgebungen ein. Auch das Handwerk müsse im Quartier seinen Platz finden, da junge Unternehmen Handwerker direkt vor Ort bräuchten.
GründungsOffensive als verlässliches Netzwerk
Die Veranstaltung verband das Quartiersthema mit der etablierten Arbeit der GründungsOffensive. Das Netzwerk umfasst 13 Partner aus Kammern, Banken, Bildungseinrichtungen und Wirtschaftsförderungen. Dr. Claudia Auinger, stellvertretende Geschäftsführerin bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, stellte das Netzwerk vor und wies auf das gewachsene Vertrauen unter den Partnern als zentralen Erfolgsfaktor hin.
Im Anschluss an die Impulse nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich an mehreren Themeninseln genauer zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Zum Abschluss der Veranstaltung fand eine Begehung des Geländes statt.
Bürgerinnen und Bürger, die sich über das Zukunftsquartier informieren möchten, haben die Möglichkeit, an öffentlichen Führungen teilzunehmen. Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter www.paderborner-konversion.de. Unternehmen und Start-ups mit Innovationsbezug können sich an Catharina Blome, Referentin der TPG TechnologieParkPaderborn GmbH, wenden (wfg-pb.de/blome).
Titelfoto (WFG/Tobias Vorwerk): v. l. Jürgen Janke (Geschäftsführer WFG & TPG), Vincent Börger (HOLON), Catharina Blome (WFG & TPG), Lars-Christian Lange (Geschäftsführer ZQE), Dr. Otto Drosihn (Paderborn überzeugt e. V.), Lisa Büngeler (HWK OWL), Dr. Claudia Auinger (IHK), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate und Claudia Warnecke (Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn).
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