26. November 2025

75 Jahre Deutsche Gesellschaft für Philosophie: Ein Abend für Europa und für Paderborn

Die Deutsche Gesellschaft für Philosophie feierte ihren 75. Geburtstag in Paderborn. Der Ort war kein Zufall. Die Gesellschaft wird seit diesem Jahr von Prof. Dr. Ruth Hagengruber geführt. Sie lehrt an der Universität Paderborn und ist Leiterin des Center for the History of Women Philosophers and Scientists.

Paderborn im Fokus der philosophischen Community

Der Festakt brachte Gäste aus Wissenschaft, Politik und Kultur in die Stadt. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate erinnerte an Paderborns europäische Tradition und betonte die Bedeutung des offenen Austauschs. Universitätspräsident Prof. Dr. Matthias Bauer würdigte Hagengrubers Forschung, die weltweit Beachtung findet.

Hagengruber lehrt seit 2005 an der Universität Paderborn. Mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen baute sie das “Center for the History of Women Philosophers” auf. Das Zentrum gilt heute als eine der größten digitalen Quellen zur Geschichte von Philosophinnen und Wissenschaftlerinnen.

Europa neu denken

Der italienische Philosoph Michele Nicoletti, früher Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, stellte die Frage ins Zentrum, die den Abend prägte: Wie behauptet sich Europa in einer Welt voller Konflikte und Umbrüche? Sein Impuls verband politische Erfahrungen mit philosophischer Analyse.

Auch die Präsidentin der koreanischen Philosophiegesellschaft, Prof. Dr. Kim Hei-sook, gratulierte zum Jubiläum. Sie zeigte, wie stark deutsche Philosophie in Asien wirkt – positiv, aber auch mit historischen Schatten, die bis heute nachhallen.

Ein Abend, der Paderborn stärkt

Die rundum internationale Gästeliste machte sichtbar, welche Rolle Paderborn inzwischen im philosophischen Netzwerk spielt. Sie zeigte auch, wie eng Wissenschaft, Kultur und Standortentwicklung zusammenhängen. Die Universität setzt damit einen weiteren Akzent neben ihren bekannten Stärken in Technik und Informatik.

Für die musikalische Atmosphäre sorgte das Uli Lettermann-Trio, das mit der „Ode an die Freude“ den europäischen Gedanken aufgriff.

Paderborn präsentierte sich an diesem Abend als Gastgeberin, die Wissenschaft, Austausch und Kultur zusammenführt – und damit zentrale Bausteine eines starken, offenen Wirtschaftsstandorts zeigt.

Foto v.l. Prof. Dr. Matthias Bauer (Präsident Universität Paderborn), Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, Prof. Dr. Kim Hei-sook (Präsidentin der Weltorganisation der Philosophischen Gesellschaften), Prof. Dr. Ruth Hagengruber (Präsidentin Deutsche Gesellschaft für Philosophie), Prof. Dr. Dominik Perler und Prof. Dr. Reinold Schmücker (beide ehem. Präsidenten der DGPhil.), Prof. Dr. Michele Nicoletti (Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats). 
Social Media
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner